Digitalisierung

Elektroschrott – die Digitalisierung und ihre Schattenseite

Alle vier Jahre einen neuen Fernseher, alle zwei Jahre ein neues Smartphone – mittlerweile ist das vollkommen normal für uns geworden. Was wir unserem Planeten damit antun, wo die ganzen alten Elektrogeräte landen, nachdem wir sie in die Tonne werfen und unter welchen Umständen sie letztendlich entsorgt werden, das wissen nur die wenigsten. In meinem heutigen Beitrag möchte ich genau auf dieses Thema eingehen.

Accra, Ghana – ein junger Mann schleppt einen alten Fernseher durch Hügel aus aufgetürmten Computern und Bildschirmen. Was er damit vor hat? – Er zerlegt ihn um an die geringen Mengen an kostbaren Materialien zu gelangen, die dort verbaut wurden. Dazu muss er ihn jedoch erst mittels offenem Feuer schmelzen. Wie er machen es tausende andere hier und das jeden Tag. Verdienen tun sie dabei so gut wie nichts, es reicht gerade um irgendwie zu überleben. Man könnte Ghana als die Hauptstadt des Elektromülls bezeichnen, denn wenn es hier eines im Überfluss gibt, dann ist es das.

Viele der nicht ordnungsgemäß entsorgten Geräte stammen aus den USA und Europa. Tatsächlich wird nur rund ein Drittel unseres Elektroschrotts ordnungsgemäß recycelt. Der Rest landet auf Müllhalden, wie hier in Accra, in Bangladesh oder Indien. Dieser Rest belief sich laut der Organisation CWIT im Jahr 2012 auf rund 6,2 Millionen Tonnen.

Das größte Problem dabei: Es wird beim illegalen Handel mit Elektroschrott nicht hart genug durchgegriffen. Gerade einmal 0,5 Prozent aller illegal durchgeführten Händel werden auch tatsächlich geahndet, was das Geschäft doppelt lukrativ machen sollte.

Doch eine Frage bleibt – was können wir Verbraucher gegen solch unhaltbare Zustände tun? Zum einen sollten wir uns genau überlegen, ob es tatsächlich schon wieder ein neues Smartphone sein muss oder das alte nicht doch noch eine Zeit durchhalten könnte, zum anderen müssen wir aber auch darauf achten, wo wir unseren Elektroschrott entsorgen. Kommunale Wertstoffhöfe sind dubiosen Ankaufshändlern vorzuziehen. Außerdem kann man darüber nachdenken, ob man das Altgerät eventuell noch verkaufen könnte – wer weiß, vielleicht freut sich noch jemand über euren „Müll“?…